Soo, mittlerweilearbeite ich schon seit 6 1/2 Wochen und nun sind wir auch in der Schule, da habe ich mir gedacht, es wird mal wieder Zeit für ein neues Update:)
Allzu viel ist in den letzten 11 Tagen eigentlich nicht passiert, aber irgendwie auch doch, meine Logik
Jedenfalls sind wir am 14.09. den ersten Tag in die Schule gegangen und waren das erste mal in den Lunchpausen. 4 Stück an der Zahl jeden Tag und ne Menge Schüler. Wenn man aus einem normalen deutschen Gymnasium kommt, ist die Schule schon ziemlich faszinierend groß! 3.800 Schüler, ne Menge Lehrer, 4 Lunchpausen und unendlich viele Entschuldigungen bereits nach einem Monat. Aber gut, zurück zum Dienstag: Wir waren das erste mal zusammen mit Schülern der Schule, die wir noch nicht kannten. Da wurde einem dann doch ganz schön mulmig zu Mute und mein Teamleitrer wollte, dass ich am ersten Tag alleine losgehe, um meine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Einerseits natürlich zu verstehen, aber anderseits schon ein wenig komisch auf einmal ganz “allein” vor ca. 900 Schülern zu stehen und die Aufgabe zu haben, zu beliebigen Schülern zu gehen und eine Konversation anzufangen und das gleich 3 mal hintereinander für eine halbe Stunde. Da hat man sich am Ende den Mund dann doch ganz schön fusselig geredet und ein wenig hungrig wird man schon, wenn man 1 1/2 Stunden mit Schülern zusammen sitzt und du selbst nicht. Am ersten Tag haben wir es dann bei 3 Pausen belassen, da es für uns als “Neue” doch ganz schön viel war. Es waren gute Konversationen dabei, aber auch nicht so erfolgreiche, aber das gehört halt dazu. Am Mittwoch sind wir dann erneut in die Schule gegange, aber nicht erst um 11:30 zu den Lunchpausen sondern schon eher um der Schule zu helfen.Erst haben wir als Team alle bei einer Versammlung mitgeholfen Handbücher mit Regeln auszuteilen. Schon komisch ein ganzes Handbuch voll davon zu haben. Aber da ist das auch schon ein wenig anders, mit all den Reglungen für das “runterhängen” der Hosen über Mützen und sonstige Kopfbedeckungen, über Hosen und auch Tops und T-Shirts und auch sonstige Sachen außer Kleidung, die dann während der Versammlung erklärt wurden. Es gibt sogar einen Strafenkatalog für Fights, was allerdings auch notwendig ist. Sogar ich habe nach nur 4 Tagen in der Schule einen Fight mitbekommen. Nicht gesehen, aber bemerkt, da alle wir verrückt dort hin rennen. Komische Mentalität, aber willkommen in den High Schools von Amerika
Später saßen wir getrennt an 2 verschiedenen Empfängen in der Schule, einmal für Schüler und einmal für Gäste, Eltern,…. Und dann sind Cherin und ich auch noch in ein anderes kleineres Büro gegangen und haben mitgeholfen, die Entschuldigungen der Schüler zu sortieren. Und hier sind wir wieder am Anfang meines Eintrags. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Entschuldigungen bereits nach einem Monat zusammen gekommen sind! Das ist echt: WOW! Cherin und ich haben dann geholfen, die dafür vorhandenen Ordner zu beschriften (mit Aufklebern) oder die Entschuldigungen dafür einzusortieren. Wir haben dort geschlagene 4 Stunden mitgeholfen und das war längst nicht alles… Ein Teil war ja schon einsortiert und vom Rest haben wir längst nicht alles geschafft, nicht mal mit der Hilfe von noch 2 Schülern, ziemlich crazy. Bei ca. 3800 kommt nach einem Monat mehr zusammen als ich mir jemals hab erträumen lassen… Nach den 4 Stunden hatte ich dann auch genug vom Namen lesen, kleben und suchen
Freitag waren wir dann einen 3tenTag in der Schule, dann auch in allen 4 Lunchpausen und Manuel hat mich mit sich mitgenommen in den letzten 3en um mir ein paar “Tricks” zu zeigen, wo es sich lohnen könnte hinzu gehen, wo ich drauf achten sollte (lesende Schüler, Musik, intensive Konversationen, zu große Gruppen, und und und). Das war für mich ziemlich hilfreich und hat mir gut getan. Naja diese Woche waren wir dann bereits 2 weitere Tage in den Lunchpausen und es ist echt cool. Klar nicht alle Konversationen verlaufen super oder machen nur Spaß, da man wenn man müde ist und 2 Stunden lang gut gelaunt sein sollte und gute Gespräche haben sollte, am Ende doch schon KO ist. Die nächsten Wochen werden wir das wahrscheinlich erst einmal beibehalten an 3 Tagen in der Woche in die Lunchpausen zu gehen, da es gerade am Anfang wichtig ist, Schüler kennen zu lernen, auf die wir uns dann später konzentrieren möchten und die wir investieren möchten. Ich merke bereits, dass es echt so ist, wie man es sich manchmal vorstellt. Da sind die coolen Schüler, die “einfachen” die freundlich und nett sind und… Und dann noch diejenigen, die entweder ein wenig unfreundlich gegenüber Fremden sind und nicht gerne reden oder auch einfach nur die, die allein sind aber eigentlich doch freundlich und nur Aufmerksamkeit suchen. Da merkt man dann schon. Jap deswegen sind wir hier, um solchen Schülern einen positiven Schubs zu geben. Am Anfang denkt man sich aber dann doch schon, das ist ganz schön schwer und was ist, wenn es nicht klappt ?! und so weiter. Aber das ist die falsche Sichtweise! Da muss man dann einfach darauf vertrauen, dass wenn die Schüler in uns wirklich einen Unterschied sehen in der Art wie wir reden, wie wir mit ihnen umgehen und dass wir uns Zeit für sie nehmen, dass es ein wenig von sich selbst kommt. Und definitiv ist das ganze ein Prozess und wenn wir es wirklich schaffen einen Positiven Einfluss zu haben ist das Endresultat einfach nur gut! Die Schüler haben was davon und wir selbst fühlen uns einfach super ermutigt.
Okay, so viel zu den ersten Lunchpausen… Abseits dessen ist noch ein wenig passiert. Wir werden nun regelmäßig Freitags morgens zu FCA-Treffen gehen (Fellowship Christian Athletics), was vor der Schule ca. 15-20 Minuten ist und aus einer kurzen Message oder ähnlichem besteht, einfach nur zusammen sein und Beten. Ziemlich cool, aber auch doch ganz schön früh morgens
, da vermisst man dann doch schon das Leben als Abiturient nach den Klausuren, aber naja wie sagt man in Deutschland doch so schön? Das Leben ist kein Ponyhof, auch wenn das eigentlich gut so ist. Weiterhin haben wir aber auch noch die Treffen Mittwochs Morgens um 7 Uhr vor der Schule, wo wir einfach nur Zeit mit Schülern verbirngen, Frühstücken und auch eine kleine Bibelarbeit haben. Das Treffen ist sogar schon ein wenig gewachsen. Beim ersten mal waren es 3 Schüler, gestern Morgen waren es schon doppelt so viele
Naja gut so viel zur Arbeit… Aber was ist sonst in der letzten Zeit passiert? Wir alle haben ein komplett ungewohntes Lebensgefühl erlebt, es hat geregnet!! Und nein nicht irgendwo im nirgendwo, nein in San Antonio. Schwer zu glauben, aber doch tatsächlich nach 4 Monaten ohne Regen und nur praller Sonne und komplett trockenem Gras (außer da wo regelmäßig gegossen wird) hat es doch tasächlich geregnet. Und dann gleich ganze 3 Tage hintereinander. Zwar nicht durchgängig oder lang, aber intensiv und definitiv notwendig. Ganz San Antonio war happy und auch ich! Ich hätte zwar nie für möglich gehalten, das mal zu sagen, aber ich habe den Regen vermisst. Naja gut zwischen dem Regen und jetzt auch wieder haben wir strahlenden Sonnenschein und Sommer
Und joa, sonst war seit dem letzten mal nicht zu viel los. Wir hatten mittlerweile 2 mal Jugend. Einmal letzten Sonntag den Kick-Off, der mit 36 Schülern ein Erfolg war und dann diesen vergangen Sonntag. Es ist schön, ein Teil davon zu sein. Mit der Band, bzw. Manuel und ich im Technik-Bereich, und auch sonst… Ach und unser Büro war in den letzten Tagen nicht so gut besucht, da wir oft nach den Lunchpausen nicht zurück gefahren sind, da sich das nicht so gelohnt hat. Stattdessen war Mc Donalds ein paar Tage unser 2tes Büro:D War ein komisches Gefühl dort zu arbeiten, aber warum nicht?
Okay, irgendwie war das jetzt doch noch zum Thema Arbeit, aber naja nun stehts da
Privat habe ich in den letzten 11 Tagen nicht so viel gemacht. Aber eine Sache merke ich doch: Auch wenn ich in Deutschland mit nur einem oder sogar nicht mal einem ganzen freien Tag in der Woche ausgekommen bin, hier sehne ich mich nach meinen 2 freien Tagen. Dass das nicht immer so ganz klappt ist okay, da die Arbeit ja Spaß macht, aber eben auch ziemlich anstrengend ist. Jedenfalls ist so zum Beispiel mein letzter Samstag mehr oder weniger wortwörtlich ins Wasser gefallen. Denn wir haben eine EInladung von jemandem aus unserer Gemeinde bekommen, mit ihm, ein paar anderen und auch Schülern nach Möglichkeit Schießen zu gehen. Schießen? Ja, mit echten Waffen – Willkommen in Texas:D Es war im Endeffekt fast mein ganzer Samstag und irgendwie vermisse ich den freien Tag, auch wenn es Spaß war. Das Schießen war an sich eigentlich besser als erwartet. Denn als wir uns alle noch in einem Privathaus getroffen haben um die Sicherheit durchzugehen und alles war ich zeimlich nervös. Auf dem Schießplatz dann gar nicht mehr und ich war auch nicht zu schlecht
Ich habe mit 3 verschiedenen Handwaffen auf eine Papierzielscheibe geschossen (mit weißem Kasten drum rum) und alle Schüsse sind im Papier gelandet, gut 2 im weißen Rand, aber trotzdem nicht allzu schlecht. Aber warum ins Wasser gefallen? Jaaa der Samstag war einer der 3 wundervollen Tage, an denen es geregnet hat, nur leider ausgerechnet nach dem wir losgefahren sind… Wir mussten dann auf dem Schießplatz einige Minuten warten bis zum Schießen, aber das war okay, es war nicht zu lang. Aber ein Regenschauer wie der hat es in sich… Es hat ganz schön geschüttet und auf dem Highway war so viel Dreck der beim ersten Regen nach 4 Monaten ziemlich deutlich sichtbar wurde, aber ich habe mich drüber gefreut
Abends gabs dann noch ein BBQ mit meiner Gastfamilie (zumindest einem Teil) und meinen Nachbarn, was dann doch entspannend und ein schöner ruhiger Abend war
Gut so viel dann erst mal zu mir und was ich so erlebt habe… Aber ich habe noch eine Kleinigkeit. Ich habe mir eine neue Kamera gekauft, wofür ich Geld aufgehoben hatte, denn was ist ein Jahr wie dieses ohne eine Kamera? Klar die ist nicht alles, aber für die Erinnerungen doch schon nicht schlecht. Naja und sie ist Dienstag gekommen und jetzt bin ich happy
, ganz nebenbei ich liebe Sonderangebote und den Dollar… Denn dadurch habe ich im Europreis weniger als die Hälfte gezahlt. Der Rabatt hat einiges ausgemacht, aber auch der Dollar, der hat mir noch mal ca. 80 Euro eingebracht… Die Scheine mag ich zwar nicht so, aber die Exchangerate ist echt nett
Und naja, Fotos folgen dann bald, da das Hochladen gerade leider nicht funktioniert…
Und bei Fragen, wisst ihr ja, einfach fragen. Ansonsten viele liebe sommerliche Grüße nach wohin auch immer, wer weiß wer das hier alles liest? Aber vor allem auch ein paar Sonnenstrahlen nach Herbst-Deutschland